Text von Gabriela Burri
veröffentlicht 28.05.2026
aktualisiert 28.05.2026
veröffentlicht 28. Mai 2026
| aktualisiert 28. Mai 2026
4 min. Lesezeit
Hinter dieser Qualität stehen unsere Laboranten, die mit Fachwissen, Erfahrung und Präzision dafür sorgen, dass jede Mischung den Anforderungen, Vorschriften und Normen gerecht wird.
Im Gespräch mit Raphael Meyer, Leiter Labor und Baustoffprüfer bei der MÜLLER-STEINAG Gruppe, haben wir erfahren, weshalb Beton nicht gleich Beton ist und weshalb es wichtig ist, die Qualität stetig zu prüfen.
Wo Beton auf Herz und Nieren geprüft wird
«Beton ist ein vielseitiger Baustoff, der aus der modernen Bauwelt nicht wegzudenken ist. Er lässt sich in nahezu jede Form bringen und entwickelt in kurzer Zeit eine beeindruckende Festigkeit» schwärmt Raphael.
Man merkt, dass er für seinen Job brennt und auch nach über acht Jahren in unserer Firmengruppe noch immer vom Baustoff Beton fasziniert ist.
Er leitet das hauseigene Labor und ist somit mitverantwortlich für die Qualität unserer Produkte. «Ohne unsere Arbeit gäbe es keine verlässliche Kontrolle darüber, welche Qualität wir unserer Kundschaft täglich ausliefern.» erzählt Raphael. Er prüft mit seinem Teamkollegen unseren Beton und stellt so sicher, dass die Betonqualität konstant auf einem hohen Niveau bleibt. Dabei geht es nicht nur um das Endprodukt, sondern auch darum, dass der Beton auf der Baustelle optimal verarbeitet werden kann.
Ein Blick hinter die Kulissen des Labors
Wir wollten von Raphael wissen, was bei unserem Beton genau geprüft wird: Beim Beton, der auf Baustellen transportiert wird, wird zunächst die optische Erscheinung geprüft. «Ganz nach dem Motto, das Auge betoniert mit» erzählt Raphael mit einem Schmunzeln. Aber mit einem geschulten Blick lässt sich bereits viel über die Qualität erkennen.
Und ein geschultes Auge hat Raphael definitiv. Was für die meisten aussieht wie eine graue Masse, verrät ihm oft schon auf den ersten Blick, ob der Beton die richtigen Eigenschaften mitbringt.
Anschliessend misst er die Frischbetontemperatur und überprüft die Konsistenz, um sicherzustellen, dass beides den Vorgaben entspricht. Dabei führt er die Kontrolle jeweils zweimal durch: direkt beim frischen Beton und nochmals nach 30 Minuten.
«Wir müssen immer bedenken, dass der Beton zuerst noch einen Transportweg zurückzulegen wird, bevor er auf der Baustelle verarbeitet wird», erklärt Raphael.
Später wird das Wasser-Zement-Verhältnis durch das Trocknen des Betons – oder eben auch durch das «Betonkochen» – ermittelt, um den tatsächlichen Wassergehalt zu überprüfen. Zusätzlich ermittelt er den Luftporengehalt. Dieser ist insbesondere bei frost- und tausalzbeständigen Betonen wichtig.
Zur Festigkeitsprüfung stellt er einen Prüfkörper her, in der Regel ist dies ein Würfel von 15 x 15 x 15 cm, der nach 28 Tagen im Wasserbad auf Druckfestigkeit geprüft wird.
Qualität braucht auch unabhängige Prüfungen
Neben den internen Prüfungen arbeitet das Labor auch mit externen Prüfstellen wie der LPM AG zusammen. Dort werden zusätzliche Kontrollen und Prüfungen durchgeführt. «Die unabhängige Prüfung ist für uns ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung», erklärt Raphael. So wird sichergestellt, dass unsere Produkte nicht nur intern, sondern auch durch externe Fachstellen höchsten Anforderungen entsprechen.
Gibt es auch Herausforderungen?
Beton befindet sich im Wandel. «Neue Zemente, Zusatzmittel und Zusatzstoffe kommen laufend auf den Markt und stellen auch uns in der Herstellung vor neue Herausforderungen», so Raphael. Ebenfalls gibt es regelmässig neue Richtlinien und Anforderungen, dabei ist auch das Thema Nachhaltigkeit von zentraler Bedeutung. «Wir setzen gezielt auf innovative Produkte und entwickeln uns in diesem Bereich kontinuierlich weiter» erklärt Raphael. So ist auch die neue Betonsorte DEKAR®-Beton entstanden, welche die CO2eq.-Emissionen um 40 bis 42 % im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt reduziert.
Das zwei-Mann-Team vom Labor ist auch auf Baustellen anzutreffen, um sich mit Polieren und Bauführern auszutauschen mit technischem Know-how zu unterstützen. Denn Beton ist zwar vielseitig einsetzbar, verlangt in der Verarbeitung aber viel Fachwissen und Erfahrung. Umso wichtiger ist der Austausch direkt auf der Baustelle. Und genau das alles macht seine Arbeit abwechslungsreich und spannend.

Beton als Naturprodukt
Beton ist und bleibt ein Naturprodukt, bei dem die Gegebenheiten der Natur eine grosse Rolle spielen. Unsere Rohmaterialien, unter anderem Kies und Sand, unterliegen natürlichen Schwankungen. «Dennoch setzen wir alles daran, konstant eine hohe Qualität sicherzustellen und unserer Kundschaft die bestmöglichen Produkte zu liefern», erklärt Raphael.